music 789934 1920Jetzt komme ich ins Grübeln. Mit welcher Absicht schreibe ich hier nun weiter? Sollte ich einen zweiten Blog planen um dort meine Eindrücke und Erfahrungen mit dem neuen Klavierpädagogen aufzuschreiben? Soll ich dem Jazzklavier Dozenten gestehen, daß ich ihn sozusagen „betrüge“? Weil ich mir weitere Impulse holen möchte. Und muß!
Weil ich den Eindruck habe, das ich mich an der Jazzschule ohne zusätzliche Grundlagen und breiterem technischen Basiswissen nicht mehr lange über Wasser halten kann. Das würde ja implizieren, er wäre nicht in der Lage mir das nötige beizubringen. Und diese Schlußfolgerung soll keinesfalls aufkommen.

Die Erkenntnis wie hochkomplex und anspruchsvoll der Jazz ist, habe ich in den vergangenen Monaten nicht nur einmal gehabt. Und habe dann als Anfängerin ganz grundsätzlich das Erlernen einer Fähigkeit wie dem Klavierspielen unter diesen Bedingungen unterschätzt. Weil so richtig "Jazz" spiele und verstehe ich ja in hundert Jahren noch nicht. Befinde mich so sehr am Anfang eines langen und steinigen Weges. Irgendwo habe ich gelesen, daß das Erlernen auf diesem Gebiet eine Lebensaufgabe ist.
Habe ja, um das Wort Akkord mal wieder in die Computertastatur zu tippen, immer noch nicht alle spontan auf dem Kasten. Die Noten werden weiterhin verwechselt. Rhythmisch geht einiges immer noch in die falsche Richtung. Sollte ich es zufälligerweise einmal schaffen ein Stückchen zu meiner Zufriedenheit zu spielen, kann ich es leider kein weiteres Mal reproduzieren. Beim zweiten Spiel ein, zwei Fehler, und mit jedem weiteren Mal wird noch schlechter. Ist einfach ganz häufig so.

Aber ich möchte nicht aufgeben, es macht mir trotz der Phasen in denen ich mich für wenig aufnahmefähig halte, immer noch Spaß mich damit auseinander zu setzen.

Beim Tennispielenlernen damals mit meiner Partnerin hatte ich wenigstens ein Gegenüber mit der ich die Fehlschläge und kleinen Durchbrüche durchdiskutieren konnte. In meiner Erinnerung hatten wir in den ersten beiden Jahren ständig Angst gehabt, das der Tennislehrer, auch Tennisgott genannt, uns eines Tages mitteilt das er uns wegen erwiesener Talentlosigkeit keinen weiteren Unterricht mehr erteilen könne. Das meine ich wirklich ernst! Wir dachten er pfeift auf den Verdienst für die Stunden, weil Hopfen und Malz an uns verloren wäre.

Einmal haben wir in den Ferien jeden Tag miteinander gespielt. Manchmal zwei Stunden lang, hatten sogar einen Fahrradkorb mit alten Tennisbällen zum Üben für die Aufschläge dabei. Das Wetter war auf unserer Seite und wir haben durch das tägliche intensive Spiel einen eigenen kleinen Crashkurs initiert. Und die ganz große Hoffnung von uns war, das der Tennislehrer aus seinen noch nicht mal zugebundenen Tennisschuhen kippt, wenn wir nach den Ferien wieder Unterricht hätten. Weil wir einen so erkennbar großen Fortschritt in diesen zwei Wochen gemacht hätten! Aber als wir Wochen später mit unserem Selbstversuch herausrückten, hat er uns noch nicht einmal den Gefallen getan so zu tun als ob irgendetwas zu bemerken gewesen wäre.

Immerhin, so braun gebrannt wie in jenem Jahr war ich vorher und auch nachher nie wieder. Und ich habe damals gelernt sonnenerwärmtes lauwarmes Wasser aus der Flasche zu trinken ohne das mir dabei schlecht wird.

Ich glaube, ich werde nicht wie bisher die Unterrichtstunden an der Jazzschule als Referenzpunkte zum Schreiben an meinem Blog nehmen. Sondern die Aufgabenstellungen die mich in der jeweiligen Woche besonders beschäftigt haben. Es ist häufig so, das ich zwei Stunden zu einer verschmelzen lasse, weil nicht genug zum Aufschreiben passiert ist. Und ab sofort habe ich zwei unterschiedliche Bereiche die mich herausfordern und an denen ich arbeiten kann.

Und da kann ich mir ja aussuchen was mich besonders beschäftigt oder mit welcher Schwierigkeit ich im einzelnen zu kämpfen hatte.

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