Wie sehr ich mir wünschte Klavierspielen zu können! So lange schon. Und habe diesen Wunsch fast mein ganzes Leben vor mich hergeträumt. Gute Gründe/Ausflüchte/Ausreden gehabt es doch nie anzufangen. Aber immer mit Wehmut und leisem Neid auf diejenigen geblickt, die spielen können.
Ich habe eine gute alte Freundin, die sich die Mühe gemacht hatte, es in ihrer Jugend zu erlernen. Immer noch große Freude am Spielen hat und sich ihr Repertoire von der Klassik in den Rock-Pop Bereich erweitert hat. Sie hört sich mein Jammern und Klagen über diesen Wunsch an und sagt zu mir, "daß sie sich das nun wirklich nicht mehr anhören könne. Ich sei doch schon seit so vielen Jahren erwachsen. Warum ich nicht einfach ein Klavier kaufen und endlich anfangen würde Unterricht zu nehmen!"

Die Zweifel in mir waren groß; wäre ich wirklich gut genug dafür? Das Ziel, mein Wunsch, der Traum, erschien mir zu hoch. Viel zu hoch.
Als würde ich sagen, das ich auf den Mond fliegen wollte.

Ich habe beschlossen mit dem Klavierspielen anzufangen. Nachdem aber klar ist, daß dieses Projekt nicht locker in drei Wochen oder drei Monaten zu bewältigen ist, wäre es gut bald damit zu beginnen. Denn der Rest meines Lebens hat schon längst angefangen.

IstockjazzDies waren die initialen Umstände. Wichtig der Satz meiner Freundin und das Überwinden meiner Passivität. Es war bestimmt kein Vorhaben am Jahresanfang mich mit den Bedingungen und Äußerlichkeiten zu der Realisierung meines Traumes zu befassen. Sicherlich einfach nur der richtige Zeitpunkt in meinem Leben. Und eine willkommene Herausforderung. Aus Langweile eher nicht.
Beruflich bin ich eingespannt. Zu meiner Tätigkeit gehören Wochenenddienste und Abenddienste, die dem Verlauf einer strukturierten Woche hinderlich sind.
Werde ich Zeit finden regelmäßig zu üben? Habe ich nach Arbeitsende überhaupt noch die Kraft dazu? Lachen mich die Leute nicht aus, wenn ich erzähle, das ich anfangen möchte? Bin ich in meinem Alter als Anfängerin überhaupt noch in der Lage mir so eine komplexe Fähigkeit anzueignen?
Viele Befürchtungen tauchen auf.

Und? Würde ich mich unterwegs auf dem Weg zur Erfüllung meiner Sehnsucht nicht verirren?

Es gibt nahe Menschen um mich herum, die behaupten ich hätte einen Hang zum Monologisieren. Und könne nicht rechtzeitig erkennen wenn ich mein Gegenüber mit Erzählungen übers Klavierspielen, über Musik oder Chorerlebnisse ermüde. Das ist natürlich eine Unterstellung die jeglicher Grundlage entbehrt!
Vielleicht schone ich durch den "Klavierblog für Beginner" mein familiäres Umfeld und den Freundeskreis, weil ich hier all meine musikalischen Erfahrungen verarbeiten kann. Möglicherweise wird sich der Blog wie ein Tagebuch, eine Art Logbuch entwickeln, indem ich den Verlauf meiner zukünftigen Erkenntnisse in dieser Sache dokumentieren werde.

Ein wenig möchte ich träumen, das mein Wunsch Wirklichkeit wird.

Und das der Traum sich im Dialog mit meinem Inneren nicht wieder mutlos verabschiedet.

Dann will ich sehen, wo ich am Ende mit meinem ambitionierten Plan das Klavierspielen zu erlernen, ankommen werde.